Honda Desaster in Monza

Dieses Mal brachte selbst die Hitze Mercedes nicht zu Fall. Wegener dominierte den GP Italien von der ersten bis zur letzten Runde. Red Bull war kein Gegner – trotzdem schnitt Theele besser ab, als es eigentlich möglich war. Pydde kann mit etwas Glück und beschädigtem Frontflügel den dritten Platz ergattern.

Diese Saison hat bislang einen herausragenden Protagonisten. Karl Wegener drückt dieser noch jungen Weltmeisterschaft seinen Stempel auf. Vier Siege, drei Pole-Positions, zwei schnellste Rennrunden. 102 von 104 möglichen WM-Punkten. Es scheint, als könnten ihn nur zwei Fahrer aufhalten, den ersten Titel einzufahren. Philipp Theele fährt eine ebenso starke Saison, hat aber das Pech im unterlegenen Auto zu sitzen.  Er ist aber zur Stelle wenn Mercedes schwächelt, wie in Japan.


Der Rückstand ist noch aufzuholen, dafür muss Red Bull Honda aber noch eine Schippe drauflegen. 3 Punkte dahinter befindet sich Christian Kurz der auch im Mercedes sitzt und eine Chance hat, den Teamkollegen einzufangen. Leider verläuft die Saison für ihn bisher unglücklich, die Pace hat er allemal. Ohne die Ausfälle der beiden, würde Wegener den heißen Atem der beiden spüren.

Der Funkspruch Theeles nach der Zielflagge musste von den TV-Stationen zensiert werden. 

Die Situation erinnert so ein bisschen an die von vor ein paar Jahren mit Fernando Alonso, als er das japanische Aggregat als „GP2 Engine“ bezeichnete. Was folgte, ist Geschichte und mittlerweile ist der Antrieb deutlich besser geworden. Aber wenn es nach Philipp Theele geht, ist das nicht ausreichend um Mercedes in der WM herauszufordern.
„ Heute war der Silberpfeil unschlagbar, sie haben uns auf eine Runde im Rennen eine halbe Sekunde abgenommen, im Quali wenn sie aufdrehen noch etwas mehr.
Der Motor ist eine große Schwachstelle, das hat man in Japan im letzten Sektor schon gemerkt. Ich hoffe, dass bald ein Motorenupdate kommt. Mit diesem Nachteil dann noch auf Platz zwei zu landen, ist gut, aber 34 Sekunden hinter Karl ins Ziel zu kommen, ist einfach zu viel. Schade auch, was mit Dietmar passiert ist, er hätte sein erstes Podium an diesem Wochenende verdient.“

 

Dementsprechend war es ein einfaches Rennen für den Führenden der Fahrerweltmeisterschaft. Das Auto lag perfekt auf der Strecke, selbst in den Lesmos und Ascari, wo das Heck dazu neigt auszubrechen, hatte Karl keine Probleme.
Ein großer Vorteil gerade auf Vollgasstrecken wie Monza ist der Antrieb der Silberpfeile.
Kein Motor ist stärker als der V6-Turbo aus Brixworth und das ermöglicht dem Team höhere Flügeleinstellungen zu fahren, ohne im Top-Speed hinter andere Teams zu fallen.

Dietmar Elbe bewies in Italien zum ersten Mal, dass er das Tempo seines Teamkollegen mitgehen kann. Auch wenn er auf schnelleren Reifen startete, hielt er sich im ersten Stint vor Theele und hatte am Ende nur das Pech, bei einer Überrundung eines Alpha Tauris seinen vorderen Flügel zu verlieren und einen extra Stopp einzulegen. Somit verlor er seinen sicher geglaubten dritten Platz und musste sich mit Platz vier zufrieden geben.
„Da gibt es schon blaue Flaggen und dann passiert so etwas. Ohne Worte diese Aktion,
zumal ich endlich mal ein sauberes Rennen hatte und zeigen konnte was in mir steckt“,
so ein frustrierter Elbe.

Louis Pydde überzeugt weiterhin als pinke One-Man Army. Nach einem starken Qualifying mit P2 landete er wieder einmal auf dem gefeierten Treppchen. Dabei sah es nach dem missglückten Start gar nicht danach aus.
„Der Dreher in der Einführungsrunde hat leider meinen Start ruiniert, wobei ich einige Positionen verlor. Hinzu kam, dass ich einen starken Frontflügelschaden in Kurve 1 durch Kontakt mit einem Renault davontrug. Ich bin mit dem Schaden bis zum Schluss weitergefahren und habe vier Positionen wieder gut gemacht. P3 war letztendlich sehr glücklich wenn man die Umstände von Dietmar betrachtet aber ich bin sehr zufrieden“, so der Racing-Point Fahrer.

Bereits in der letzten Woche vermeldete die italienische Presse, dass ein Fahrerwechsel im Ferrari bevorstehen könnte. In Maranello entschied man sich für Ronny Geistl, der zuvor im Renault auf Punktejagd ging.
 „Herr Binotto, wieso haben sie sich gerade für ihn entschieden ?
„Die Entscheidung musste schnell erfolgen wir hatten ja im Prinzip nur eine Woche Zeit, aber wir haben bereits im Vorfeld mit mehreren Kandidaten gesprochen und sind zufrieden, dass wir uns mit Renault so zügig einigen konnten. Alexander hat leider nicht die nötigen Ergebnisse geliefert, aber wir machen ihm keinen großen Vorwurf. Der Druck ist bekanntlich immens, wenn man für diesen Rennstall fährt und er als junger, neuer Fahrer war ein Experiment, welches gescheitert ist. Wir wünschen ihm weiterhin alles Gute für seine Zukunft. Von Ronny erwarten wir uns einiges. Wir sind überzeugt das er mit dem Druck klarkommen wird und er hat sich als konstanter Fahrer erwiesen der regelmäßig Punkte liefern kann“, so der Ferrari Chef.

Bild von Binotto ( Unterschrift: Binotto musste eine schwierige Entscheidung treffen)

An der Seite von Paul Babian konnte er an diesem Wochenende ein solides Teamergebnis einfahren. Platz fünf und sechs sind keine Offenbarung aber nach den turbulenten ersten Wochen für das Team, ist das definitiv ein Aufwärtstrend auf dem man aufbauen kann.

Renault musste sich nach dem Abgang seines Stammfahrers nach einer Alternative umsehen und entschied sich für den Alfa Romeo Piloten Marlon Behne.
Hinter vorgehaltener Hand bemühte man sich auch um einen der beiden Alpha Tauri Fahrer, Franz Tost schob hier jedoch sofort einen Riegel davor und beide wären auch nur im Doppelpack zu haben gewesen.
In Frankreich ist man aber mit den Leistungen von Janek Weber zufrieden, aus diesem Grund war ein Doppelwechsel schnell vom Tisch. Nach der schwachen Leistung in Monza muss Janek aber wieder Argumente liefern, nicht doch in Zukunft ausgetauscht zu werden.

Obwohl auch der Motor im Schwesterteam von Red Bull ein Problem darstellt, konnte man vom Autodromo Nazionale Monza mit insgesamt  10 Punkten abreisen. Wenn das ehemalige Toro Rosso Team, was in Faenza beheimat ist, so weiter punktet, könnte man den Punkterekord aus der letzten Saison mit 56 Punkten bereits beim nächsten Grand-Prix knacken. Dafür sind 15 Punkte nötig, welche in der momentanen Form der beiden Piloten nicht unmöglich erscheinen. Stand jetzt scheint Franz Tost mit seinen Fahrern alles richtig gemacht zu haben. Dennoch war der Vorfall von Robert Schatzl bei der Überrundung ein Thema im Briefing nach dem Rennen. So etwas darf nicht passieren, erst recht nicht mit dem Mutterteam, welches um die Konstrukteursweltmeisterschaft kämpft.

Das Haas-F1 Team ging beim Italien GP mit einem Neuzugang an den Start. Luke Falcon ist im Motorsport noch ein unbeschriebenes Blatt, aber dies hielt Günther Steiner nicht davon ab ihm die Chance in der Formel 1 zu geben. Luke scheint dieses Vertrauen gleich zurück zu zahlen, indem er den ersten WM Punkt für das amerikanische Team einfährt.
Ein Auftakt nach Maß kann man sagen.