Dritter Saisonsieg für Mercedes

Karl Wegener feierte in Japan einen hart umkämpften Start-Ziel-Sieg. Der WM-Führende münzte die Pole-Position in den 3. Karriere-Erfolg um. Philipp Theele holte sich den zweiten Platz vor dem zweiten Mercedes-Piloten Christian Kurz. Janek Weber kämpfte sich mit einem Stopp auf Platz sechs vor, während Ronny Geistl mit sage und schreibe fünf Pitstops in den Punkten landet.

Es war ein gefährdeter Triumph für Wegener. Zumindest hört man das von offizieller Seite der Silberpfeile. Doch wieso? Eigentlich ist doch der Mercedes das überlegene Auto.
„Ich habe erwartet, dass wir hier nicht so übermächtig sind, wie uns manche machen wollen. Der erste Sektor ist Red Bull Land und das hat man auch an den Sektorzeiten gesehen. Am Ende war es entscheidend für mich, dass Christian, Philipp eine Weile hinter sich hielt und er seine Softs nicht zu 100 % ausspielen konnte.“Die Pace von ihm war beeindruckend, wir hatten keine Sekunde um abzuschalten wir mussten beide Vollgas geben, mit Reifen schonen war da nichts.“

Karl Wegener hatte es heute schwer, holt sich dennoch den Sieg

Nach dem mittelmäßigen Grand-Prix in Belgien hat sich Red Bull am Sonntag mit einer guten Leistung rehabilitiert. Am Ende sprang ein zweiter und vierter Platz heraus, welches das Team um Helmut Marko auf Platz 2 in der Konstrukteursweltmeisterschaft katapultiert.
Sind sie zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Fahrer?
„ Ja das war das Maximum was wir rausholen konnten auf der Strecke. Nach dem Dreher von Dietmar im mittleren Rennabschnitt hat er sich gut zurückgekämpft und noch einen tollen vierten Platz errungen. Unglücklich für ihn, dass wir ihn 2 Runden vor dem Safety Car für den harten Reifen reingeholt haben. Am Ende war das die falsche Entscheidung weil der Racing-Point auf den frischen Softs so schwierig zu knacken war. Philipp hat sich heute mit einer guten Leistung belohnt und noch den zweiten Mercedes knacken können.“

Helmut Marko ist zufrieden mit seinen Fahrern

Somit bleibt dieser ärgster Verfolger der beiden Mercedes-Piloten.
Auf Nachfrage, warum er als einziger der Top 6, auf Softs an den Start ging antwortete der Red Bull Fahrer „ Für mich war das die einzige Möglichkeit im ersten Stint an den beiden vor mir dran zu bleiben. Auf Mediums hätte ich vermutlich schnell abreißen müssen, so bin ich Vollgas gefahren und habe versucht ihnen das Leben schwer zu machen.
Alles in allem bin ich überglücklich mit dem 2. Platz und nochmal ein großes Dankeschön an das Team, das mir ein super Auto an diesem Wochenende zur Verfügung gestellt hat.
Glückwunsch auch an Karl zum Sieg und Christian zum Podium die beiden waren schnell unterwegs heute.“

Nach dem Japan-GP konnte sich auch Christian Kurz über sein zweites Podium in dieser Saison freuen. Nach der eher mageren Ausbeute in Spa konnte sich der amtierende Weltmeister mit einer soliden Leistung zurückmelden.
Mit der Qualifikation auf Platz 2 bin ich im Grunde zufrieden. Der Start war sehr gut habe allerdings in Turn eins zurück gesteckt um eine Kollision zu vemeiden. Phil hat mir das ganze Rennen über Druck gemacht und ich konnte zu keinem Zeitpunkt „entspannen“. Mit meiner Pace war ich auch im Rennen zufrieden, ich konnte zwar Karl nicht direkt angreifen aber war immer in Schlagdistanz. Zwischendrin konnte ich das Tempo sogar erhöhen, leider fehlt mir in dieser Saison noch die Konstanz. Auf Grund von Zeitstrafen reichte es zum Schluss dann leider nicht mehr für P2. Da ich das wusste das Phil noch an mir vorbei zieht da er weniger Strafen hatte nutzte ich die Gelegenheit und ging an die Box für frische Soft. Dietmar Elbe war nach meinem Stop vor mir auf der Strecke mit harten Reifen aber das war kein Problem. Ich ging spielend dran vorbei wie es sein soll…

Nach dem starken Podium von letzter Woche in Spa, war es für Louis Pydde und sein Racing-Point Team natürlich schwierig, noch einen oben draufzusetzen.
Mit einem guten fünften Platz gelang es ihm aber wieder ordentlich Punkte für sich und sein Team einzuheimsen und  arbeitete sich damit auf Platz 5. in der Fahrer-WM vor, nur einen Punkt hinter Dietmar Elbe im Red Bull.
Im Gespräch mit Kai Ebel nahm er wie folgt Stellung zum Rennwochende
„ Das Rennen war erneut spannend, da ich mich von Anfang bis Ende im Zweikampf mit dem Renault-Fahrer Janek Weber befand. Das plötzliche Safety Car und die vorgeschlagene Strategie meines Renningenieurs war eher schlecht, da die geplante Einstopp-Strategie zu einer Zweistopp wurde. Die verlorene Zeit habe ich mit zwei schnellen Soft Stints wieder reingeholt und wurde dann letztendlich mit P5 belohnt. Alle direkten Konkurrenten geschlagen zu haben, gibt mir viel Selbstbewusstsein für die anstehenden Rennen“, so Louis Pydde.

Louis Pydde heute wieder Best of the Rest

Doppelausfall bei Ferrari

In Italien fragt man sich indes, wieso der Start in die Saison bisher so holprig verlief.
In Suzuka muste ein Bolide mit technischen Problemen aus dem Rennen genommen werden, während das andere „unfahrbar“ zu sein scheint so hört man aus dem Umfeld von Ferrari. Das Auto soll so wenig Downforce produzieren das Paul Babian und Alexander Schilling extreme Probleme haben das Auto in mittelschnellen und langsamen Kurven zu kontrollieren. Doch liegt es wirklich nur am Auto oder sind die Fahrer auch Mitschuld an der laufenden Misere?
So oder so ist man mit Platz 6 in der Konstrukteursweltmeisterschaft alles andere als zufrieden und man plant in Maranello die ersten personellen Umstrukturierungen.
Insiderinformationen nach könnte ein Cockpit im begehrten roten Auto frei werden.
Ob es dann auch soweit kommt oder dies nur heiße Luft im Paddockbereich ist wird sich zum nächsten Grand-Prix herausstellen.

Das Renault Team um Cyril Abiteboul fragte sich derweil nach dem Rennen, wie es zu dem technischen ERS-Defekt bei Ronny Geistls Auto kommen konnte.
„Ronny musste die ganze Zeit mit höheren ERS Einstellungen fahren, da das Energy Recovery System fehlerhaft war. Und das ist vorallem im ersten Sektor eine Gefahr für den Fahrer und das Auto. Umso erstaunlicher das er mit Platz 8 noch in die Punkte fahren konnte.

Robert Schatlz im Alpha Tauri hat mit einem 7. Platz wiedereinmal unter Beweis gestellt das er nicht nur ein Cockpit hier verdient hat,sondern sich auch schnell an die Pace und die G-Kräfte gewöhnt hat um regelmäßig in die Punkte zu fahren.
Sein teamkollege Martin blieben derweil Punkte an diesem Wochenende verwehrt, er kam nur auf Platz 11 ins Ziel.

Die ersten Punkte für Alfa Romeo Racing konnte Marlon Behne ergattern. Auf dieses Ergebnis wird man im alten Sauber Team stolz sein.
Auf Nachfrage ob das Team Sorgen hätte, seinen Schützling zu verlieren, da sich Ferrari nach Alternativen umsieht, bekamen wir keine Antwort.
Aus der Gerüchteküche  heißt es das neben dem Alfa Piloten auch beide Renault-Fahrer um Janek Weber und Ronny Geistl eine Option in Italien seien.

Man darf gespannt sein ob es personelle Änderungen im Paddock geben wird.
Wir hoffen sie sind am Wochenende wieder dabei wenn es wieder heißt,
„Its lights out and away we go“